Zur Mayener Burg gehört seit dem Mittelalter ein die gesamte Anlage umschließender Zwinger. Dieser Verteidigungsring war sowohl gegen äußere als auch innere Feinde gerichtet. Zu ihm gehören zwei Zu- und Ausgänge, darunter ein Torturm mit Brücke, eine zur Stadt vorgelagerte Bastion sowie verbindende Mauerzüge, zu denen auch die Wände dieses Raumes gehören.


Die um 1280 errichtete Burg erhält wenig später eine alle Seiten umziehende Zwingeranlage. Ihr Bau fällt in den Anfang des 14. Jahrhunderts, als mit der Errichtung der Mayener Stadtbefestigung und der Einbindung der Burg in den Befestigungsverlauf ein von der Stadt unabhängiger Verteidigungsring erforderlich wird. Zu dieser Anlage gehört eine nach Norden gegen die Stadt gerichtete Bastion. Im Osten ist der Zwingerverlauf hofartig erweitert. Hier befinden sich auch die beiden Zu- und Ausgänge, von denen der feldseitige mit einem Torturm und einer Zugbrücke gesichert war.

Der Mauerzug im Osten ist mehrfach umgebaut worden. Eine ältere, der gotischen Anlage zugehörige Mauer ist in der Südwand dieses Raumes sichtbar geblieben. Ein Teil der heutigen Umfassungswände gehören einer späteren Umbau- und Erweiterungsphase an. Diese Mauern werden bei einem grundlegenden Umbau der Burg 1707 in den neuen, barocken Marstallflügel einbezogen.

Neben den verschiedenen Bauphasen ist in den Wänden dieses Raumes auch die Arbeitstechnik der Bauleute beim Bau der Mauer mit vulkanischen Basaltlava-Bruchsteinen erkennbar. In verschiedenen Höhen und regelmäßigen Abständen sind die Balkenlöcher eines sog. Mauergerüstes (»fliegendes Gerüst«) sichtbar geblieben.