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Es kam, wie es kommen musste: Im Schweiße seines Angesichts sollte auch der Eifeler sein Brot verdienen! Wie rang er der Landschaft Nahrung und Kleidung ab? Wie bewirtschaftete er die Landschaft? Welche Strategien entwickelte er? Und wie lebte und hauste er hier?

Leben und Arbeiten

Als der Mensch in der Eifel sesshaft wurde, begann er das wilde Land zu kultivieren. Seit der Jungsteinzeit (ab 5.500 v. Chr.) sind hier bäuerliche Gesellschaften ansässig. Doch beginnt erst in der Eisenzeit (ab 600 v. Chr.) mit der keltischen Hunsrück-Eifel-Kultur eine intensive Kultivierung, die in der folgenden römischen Zeit (ab 50 n. Chr.) weiträumige Ausmaße durch große Gutsbetriebe annimmt.

Die heutige Agrar- und Siedlungslandschaft der Eifel hat aber ihren Ursprung im hohen Mittelalter. Das mit dem Untergang des Römischen Reiches wieder wüst gefallene Kulturland wird seit der karolingischen Epoche (ab 8. Jh.) wieder urbar gemacht. Adelige Grundherren und Klöster erschließen die Eifel. Auf gerodetem Land entstehen neue Höfe und Dörfer.

Bis ins 20. Jahrhundert ist die Bevölkerung in der Eifel landwirtschaftlich tätig, ob als Bauer oder Leibeigener, Knecht oder Tagelöhner. Die schlechten Bedingungen in den Hochlagen der Eifel erschweren eine ertragreiche Landwirtschaft. Durch die Real-Erb-Teilung herrschen zudem klein- und kleinstbäuerliche Betriebe mit einem geringen Viehbestand vor. Die Eigenversorgung der Bevölkerung ist vor allem bei Hungersnöten kaum mehr möglich. Die Auswanderung aus der Eifel erreicht im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Die Lebensverhältnisse ändern sich bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts kaum.