1. Halbjahr 2017

Donnerstag, 16. März 2017

Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Ein Keltendorf an der Nette -
Mayen vor über 2.000 Jahren

Dr. Bernd C. Oesterwind, Eifelmuseum Mayen

Die Wurzeln von Mayen lassen sich anhand von zahlreichen Funden bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Aber die Geschichte der Besiedlung des heutigen Mayener Stadtgebietes beginnt schon vor der Ankunft der Römer im 1. Jahrhundert vor Christus. Dies bezeugen Funde aus einer Siedlung an der Koblenzer Straße und zahlreiche Bestattungen der spätkeltischen Zeit am Mayener Amtsgericht.

Wer waren die Bewohner dieser Siedlung, die bereits einen intensiven Handel mit Basaltlavamühlsteinen betrieben? Im Spannungsfeld zwischen dem keltischen und dem germanischen Siedlungsraum ist die Frage nach der Identität der Siedler zu stellen. Die archäologische Forschung erlaubt es heute, ein Bild vom Siedlungswesen, von der Gesellschaftsstruktur und der Alltagskultur zu entwerfen.

Donnerstag, 6. April 2017

Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr

Baseball, Pancake und Prohibition am Rhein
Die Amerikanische Besatzung 1918–1923

Dr. Kai-Michael Sprenger

In unserer Erinnerungskultur ist heutzutage kaum präsent, dass auch nach dem Ende des Ersten Weltkrieges weite Gebiete von Trier bis Koblenz bis 1923 eine eigene amerikanische Besatzungszone bildeten. Dabei markierten diese vier Jahre Besatzungszeit eine durchaus prägende Zeitspanne. Sie waren nicht nur politisch und wirtschaftlich bedeutsam, sondern hinterließen sowohl sozialhistorische als auch kultur- und mentalitätshistorische Spuren in Rheinland-Pfalz. Mit den Doughboys, den Teigjungs, wie die amerikanischen Soldaten umgangssprachlich auch genannt wurden, kamen Jazz, Baseball, Boxkämpfe, Kaugummi, Hamburger, Pancakes und Horseshows und auch Coca Cola an den Rhein.

Donnerstag, 27. April 2017

Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Mayener Großtöpfereien
Industriegeschichte der Völkerwanderungszeit

Dr. Michael Herdick, RGZM / LEA

Die Vorstellung von der Völkerwanderungszeit als einer Zeit des allgemeinen Verfalls, der Migrantenströme, kriegerischer Auseinandersetzungen und wirtschaftlichen Niedergangs ist bis heute weit verbreitet. Im Zuge gesellschaftlicher Debatten über die aktuellen Flüchtlingskrisen wird auch mit diesem Geschichtsklischee wieder operiert.

Der Vortrag richtet den Blick auf die Industrielandschaft Osteifel in der Spätantike und zeigt am Beispiel der Mayener Großtöpfereien, wie mit Hilfe der Experimentellen Archäologie, technologische Grundlagen wirtschaftlicher Entwicklungen in Krisenzeiten erforscht werden können.

2. Halbjahr 2017

Donnerstag, 28. September 2017

Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Das Eifeler Mühlsteinrevier
Eine vormoderne Industrielandschaft auf dem Weg zum Welterbe?

Alina Wilbert, Mendig & Hans Schüller, Mayen

Den Kennern der hiesigen Region ist sie vertraut: die Jahrtausende alte Bergbaulandschaft der Mühlsteinbrüche zwischen Mendig und Mayen. Viel ist über sie schon geforscht und geschrieben worden. Seit nunmehr 20 Jahren werden mit dem Vulkanpark auch erfolgreiche Schritte zu ihrer Erhaltung unternommen. Neben den Landschaftsdenkmälern befassen sich zwei Informationszentren mit der Entstehung und der Geschichte dieses Wirtschaftszweiges.

Doch was macht diese Kulturlandschaft zu einem Weltkulturerbe? Der Vortrag will einen neuen Blick auf ein »altbekanntes Thema« werfen. Dabei soll Bekanntes und weniger Bekanntes in neue Zusammenhänge gestellt und bewertet werden.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Die Stadtbefestigung von Mayen
Hans Schüller, Mayen

Eine mittelalterliche Stadt kennzeichnete nichts mehr, als die sie umgebende Mauer. Sie schied den Freien vom Unfreien, den Bürger vom Landmann. Sie wurde zum Symbol der Stadt schlechthin.

Die bald nach der Verleihung des Stadtrechts 1291 durch die Trierer Erzbischöfe begonnene Befestigung von Mayen hat eine ihr gebührende bauhistorische Betrachtung noch nicht erfahren. Der Vortrag will hier ein wenig abhelfen. Er schildert die Anfänge des Mauerbaus unter der Regie des Trierer Stadtherrn und die Übernahme dieser Bauaufgabe durch die bürgerliche Stadtgemeinde.

Unveröffentlichte Befunde aus Archäologie und Bauforschung werden dabei erstmals vorgestellt.

Donnerstag, 23. November 2017

Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Tote Kammerdiener, römische Töpfer und Eiszeit-Pferde
Neues aus der Landesarchäologie
Dr. Peter Henrich, GDKE Koblenz

Im letzten Jahr wurden von der Landesarchäologie zahlreiche archäologische Ausgrabungen in der Region durchgeführt. Das Spektrum der Funde reichte dabei vom eiszeitlichen Pferd bis hin zu Überresten aus dem Zweiten Weltkrieg. Highlights waren unter anderem auch der Nachweis von Hundefleisch essenden Steinzeitmenschen bei Bubenheim, eine römische Töpferei in Andernach und Töpferöfen aus dem 15. Jahrhundert in Koblenz.

Diese und weitere spannende Einblicke in die Arbeit der Landesarchäologie werden in dem Vortrag präsentiert.