1. Halbjahr 2013

14. März 2013

Donnerstag,
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr, Eintritt frei


Mühlstein-Boom und römische Villen – Neue Ausgrabungen zwischen Mayen und Mendig
Dr. Martin Grünewald & Dr. Stefan Wenzel
RGZM, Forschungsbereich VAT Mayen

Wie veränderte der enorme Aufschwung des überregionalen Exports von Mayener Mühlsteinen seit Beginn der Römerzeit die Siedlungslandschaft? Unter dieser Fragestellung wird das Segbachtal zwischen Mayen und Mendig im Rahmen eines DFG-Projektes zur römischen Landnutzung untersucht. Die Ausgrabungen konnten zeigen, dass in der Villa »Im Winkel« eine Mühlsteinwerkstatt bestand. In der durch geophysikalische Untersuchungen überraschend als reiche Axialanlage identifizierten Villa von »Lungenkärchen« könnten nach den Grabungsergebnissen die Steinbruchbesitzer oder Großhändler von Mühlsteinen residiert haben.

4. April 2013

Donnerstag,
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr, Eintritt frei

Balduin von Luxemburg - Lebenswerk und Nachruhm
Prof. Dr. Wolfgang Schmid
Universität Trier

Balduin war die wohl bedeutendste Gestalt auf dem Trierer Bischofsthron. Wie kein anderer Kirchenfürst hat er sich bereits zu Lebzeiten darum bemüht, seine Ruhmestaten durch Werke der Geschichtsschreibung und durch eine Bilderchronik für die Nachwelt festzuhalten. Dies müssen wir bei der Deutung der Bild- und Textquellen im Auge behalten, wenn wir das schillernde Bild des geschickten Territorialpolitikers, des frommen Kirchenmannes und des streitbaren Luxemburger Grafensohns rekonstruieren wollen.

18. April 2013

Donnerstag,
Eifelmuseum, Foyer, 19.30 Uhr, Eintritt frei

Eröffnung der Sonderausstellung aus der Reihe »Schätze ans Licht« - Seltenes & Kurioses aus den Magazinen des Eifelmuseums

Verzweiflung ./. Hoffnung

Es ist der 10. Oktober 1946: Bürgermeister Anton Schwindenhammer lässt seine Mitarbeiter Dokumente in eine Bleiröhre verschließen. Diese Zeitkapsel ist an die kommenden Generationen gerichtet; er lässt sie hoch im Turm der Genovevaburg einmauern.
66 Jahre später finden Zimmerleute der Fa. Rosenbaum die mit einem Stadtwappen besiegelte, geheimnisvolle Röhre. Die Botschaft aus der Vergangenheit hat nach zwei Generationen die Adressaten erreicht!

18. April 2013

Burg 1838 Leopold O.J. Eltester

Donnerstag,
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr, Eintritt frei

Die Mayener Burg im Mittelalter
Udo Liessem, Koblenz

Die Bauforschungen an der Mayener Burg (Genovevaburg) haben in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Nicht nur zur jüngeren Geschichte der Burg sind neue Ergebnisse erzielt und auch publiziert worden, sondern auch zur ursprünglichen Anlage in kurtrierischer Zeit. Neuere Erkenntnisse ermöglichen nunmehr ein umfassenderes Bild vom Bau und Ausbau der Burg im 13./14. Jahrhundert bis zum Ausgang des Mittelalters. Sie zeigen, dass die Burg vom erzbischöflichen Eigentümer und Bauherr immer wieder an die jeweiligen Zeitverhältnisse baulich angepasst werden musste.

2. Halbjahr 2013

24. Oktober 2013

Donnerstag,
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr, Eintritt frei

Ein Bilderrätsel aus karolingischer Zeit -
Zwei Glaskameo-Fibeln aus dem östlichen Frankenreich

Prof. Dr. Hermann Ament, Mainz

Vor kurzem wurde im Stadtgebiet von Mannheim eine Glaskameo-Fibel gefunden, die in einem schon seit Jahrzehnten bekannten Fund aus den Niederlanden ein genaues Gegenstück hat. Die zeichenhafte Darstellung auf der Schauseite beider Fibeln hat bislang keine befriedigende Deutung gefunden. Der nun präsentierte Vorschlag stellt einmal eine Verbindung zu Bildvorlagen aus der antiken und subantiken Mittelmeerwelt her, wirft aber auch ein bezeichnendes Licht auf die spezifisch germanische Art und Weise der Adaption solcher Darstellungen. Die beiden Fibeln gehören zu den spätesten Belegen einer eigentümlichen, über Jahrhunderte hinweg unter den germanischen Völkern gepflegten Kunstübung.

7. November 2013

Traubenmadonna, Lucas Cranach d.Ä. 1525

Donnerstag,
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr, Eintritt frei

Alltag und Fest -
Weinkultur im Rathaus in Mayen im 16. Jahrhundert

Dr. Berthold Prößler, Koblenz

Als der Weinbau noch Haupterwerbszweig in Mayen war, gaben der Schöffenbürgermeister und der Ratsbürgermeister im Rathaus Wein zu verschiedenen Anlässen aus. Wein fungierte als Eintrachtstifter im Schöffen- und Stadtrat, als Loyalitätssymbol gegenüber der Verwaltung des kurtrierischen Amtes Mayen und als Freundschaftsbekundung an das Augustinerchorherrenkloster, an die adeligen Nachbarn und die prominenten Besucher der Stadt. Wein diente als Vergütung für die Beschäftigten der Stadtverwaltung und als Belohnung für Verdienste um die Stadt. Ein wichtiger Bestandteil der volkstümlichen Sakralkultur in Mayen bildeten die von der Stadtverwaltung im Rathaus, in der Pfarrkirche und bei Prozessionen zur Fraukirch veranstalteten Minne-Umtrünke zur Verehrung bestimmter Weinheiliger und zum Gedenken an Gestalten und Ereignisse der Bibel.

28. November 2013

Waberner Heide
Wiwelsberg

Donnerstag,
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr, Eintritt frei

Vom Urwald zur Wacholderheide -
Zur Geschichte der Eifelwälder

Ulrich Siewers, Brohl-Lützing

Als vor über 2.000 Jahren die Römer bis zum Rhein vorstießen, war die Eifel noch Urwaldgebiet. Seither hat sich der Eifelwald mehrfach verändert. Auf die Rodungen seit dem Frühmittelalter folgten der Raubbau durch die frühindustrielle Eisenproduktion und die vielfältige intensive Waldnutzung durch die Landbevölkerung.
Im 19. Jahrhundert war die Eifel eine weitgehend baumlose Heidelandschaft. Mit der preußischen Aufforstung der Ödlandflächen durch schnell wachsende Fichten veränderte sich aber erneut das Bild des Eifelwaldes.