1. Halbjahr 2014

Donnerstag, 13. März 2014
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Der Schöpfer - die Experimentelle Archäologie und das Bild des Menschen
Dr. Michael Herdick, RGZM - LEA Mayen

Seit Beginn der schriftlichen Überlieferung ist das Bemühen des Menschen feststellbar, seine Sonderrolle unter den Lebewesen zu begründen. Der Mensch erfuhr sich im direkten Vergleich mit den besonderen Eigenschaften vieler Tierarten als Mängelwesen. Gleichzeitig erlebte er aber seine Schöpferkraft als herausragende Fähigkeit, die ihn den Göttern nahe brachte. Unzählige Mythen berichten wie die technische Kreativität aus der göttlichen Sphäre zu den Menschen kam. Die Schöpfungskraft verlieh dem Menschen die Macht, seine Umwelt nach seinen Bedürfnissen zu gestalten.

Wir bewundern heute technische Spitzenleistungen vergangener Epochen wie die Pyramiden oder ausgedehnte Bergwerke. Tatsächlich sind unsere Kenntnisse über derartige Denkmäler, aber auch über die "Alltagstechnik" in der Vor- und Frühgeschichte noch sehr lückenhaft. Am Labor für Experimentelle Archäologie in Mayen (LEA) steht die Erforschung des technischen Wissens und seiner Bedeutung für die Kulturgeschichte im Mittelpunkt.

Donnerstag, 3. April 2014
Eifelmuseum, Foyer,
19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung;
20 Uhr: Einführung in die Ausstellung
Eintritt frei

»Reichtum & Luxus« – Gläser aus dem antiken Mayen
Dr. Bernd C. Oesterwind, Eifelmuseum Mayen

Das Eifelmuseum präsentiert in einer Sonderausstellung römische Tafelgläser. Im vicus von Mayen konnten in den letzten einhundert Jahren zahlreiche Glaskostbarkeiten gerettet werden. Aufgrund archäologischer Rettungsgrabungen des Geschichts- & Altertumsvereins ist eine überregional bedeutende Sammlung römischer Gläsern entstanden. Die meist restaurierungsbedürftigen, auch kriegsbeschädigten, zerbrechlichen Objekte wurden nun durch die weltbekannten Werkstätten des Römisch-Germanischen-Zentralmuseums Mainz wieder restauriert.

Im Vortrag wird auch die Wirtschaftsgeschichte des vicus Mayen beleuchtet und der Frage nachgegangen, warum sich hier am Ort eine breite Bevölkerungsschicht luxuriöse Tafelgläser leisten wollte und konnte. Was war die Grundlage für den bescheidenen Reichtum der Vorfahren der heutigen Mayener?

Donnerstag, 24. April 2014
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Der Mayener Dialekt: Und immer wieder staunt die Wissenschaft
Prof. Dr. Jürgen Erich Schmidt, Universität Marburg

Wer in Mayen aufgewachsen ist, für den sind der Mayener Dialekt und erst recht das rheinisch gefärbte Hochdeutsch nichts Besonderes. Sobald man jedoch genauer hinschaut, wird das Rheinische der Mayener zum faszinierenden Forschungsgegenstand: Es ist Teil eines historisch eigenständigen Sprachraums mit archaischen Zügen und es weist mit seinen »Tonakzenten« ein raffiniertes Sprachverstehenssystem auf, gegen das die Standardsprache geradezu schlicht wirkt.

Der Vortrag wird nach einem Überblick zur Einordnung des Mayener Dialekts die Ergebnisse der verschiedenen sprachwissenschaftlichen Untersuchungen zu Mayen vorstellen, wobei natürlich der EEG-Studie aus dem Jahre 2013 und ihren überraschenden Ergebnissen besondere

2. Halbjahr 2014

Samstag 13. September 2014
Eifelmuseum, Foyer, 14 Uhr
Eintritt frei

aus der Reihe »Schätze ans Licht«

Doppeldecker über Wanderath. Eine Eifeler Episode aus dem Ersten Weltkrieg
Dr. Bernd Oesterwind
Eifelmuseum Mayen

Herbst des Jahres 1918: der große europäische Krieg, den man später den Ersten Weltkrieg nennen wird, ist seit Tagen beendet. Zwei deutsche Piloten wollen ihre Flugzeuge vor dem Zugriff der siegreichen Aliierten in Sicherheit bringen und steuern ihre wertvollen Maschinen von der Westfront in Richtung Heimat. Leere Tanks zwingen sie über dem Eifeldörfchen Wanderath zur Notlandung.

Hundert Jahre überdauern die Flugzeugfragmente in einer Scheune. Die noch erhaltenen Originalreste eines Doppeldeckers gehören zu den spektakulärsten Exponaten des Eifelmuseums: die abenteuerliche Geschichte der beiden Flugzeuge erzählt die kleine Sonderausstellung.

Donnerstag, 23. Oktober 2014
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei


Vom Kriegerverein zum Arbeiter- und Soldatenrat - Mayen vor und nach 1914
Dr. Berthold Prößler
Koblenz


Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 beendete in Mayen abrupt die Hochkonjunktur des Basaltlavabetriebes, in dem es schon seit Jahren auf verschiedenen Gebieten gekriselt hatte. Diese Krise sowie die gescheiterten Versuche zu ihrer Lösung hatten in Mayen zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Interessenverbänden und politischen Parteien geführt, die sich nun als sinnlos erwiesen.
Im Krieg ruhte die Bautätigkeit. Die Steinarbeiter waren eingezogen; ihre Frauen mussten die Familien ernähren. Der Hunger regierte in Mayen. Unter ging auch das vielfältige Kriegervereinswesen, das sich erst nach dem Ende von Bismarcks Kulturkampf gegen die katholische Kirche und mit dem Aufblühen des Basaltlavabetriebes in patriotischer Zustimmung zum Kaiserreich entwickelt hatte.

Donnerstag, 6. November 2014
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr,
Eintritt frei


Grabmalskunst der Gotik und der Renaissance im Raum Mayen.
Prof. Dr. Wolfgang Schmid
Universität Trier

Im Raum Mayen-Koblenz haben sich zahlreiche Grabdenkmäler des Mittelalters und der frühen Neuzeit erhalten. In der Kirche von Maria Laach ist die Mosaikplatte des Abtes Gilbert eines der ältesten Grabmäler überhaupt und das des Pfalzgrafen Heinrich eines der schönsten. Allein drei Trierer Erzbischöfe liegen in Koblenz begraben, auch an zahlreiche Adelige und Geistliche erinnern hier und in Andernach steinerne Monumente.

 

 

In diese Reihe gehört das kürzlich restaurierte Renaissance-Epitaph des 1539 verstorbenen Junker Konrad Schilling von Lahnstein. Die Grabinschrift wird ebenso analysiert wie die Wappen, die Architektur und die Rüstung. Herausgestellt werden auch die politisch repräsentativen und die religiösen Komponenten eines solchen Denkmals, das sich bei näherer Betrachtung als Schlüsseldokument für die Landesgeschichte unserer Region erweist.