1. Halbjahr 2015
 


16. April 2015
Donnerstag
Eifelmuseum, Foyer 20 Uhr
Eintritt frei

Der Wiederaufbau von Mayen – Städtebau und Architektur in den Nachkriegsjahren 1945-1952

Hans Schüller, Mayen


Der Wiederaufbau von Mayen nach dem Krieg ist die wohl großartigste Gemeinschaftsleistung in der Mayener Geschichte. Der so viel beschworene Aufbauwille hatte nicht nur eine gewaltige Arbeitsleistung als Bilanz; dahinter stand auch ein heute kaum mehr nachvollziehbarer Gemeinschaftsgeist.
Angesichts des enormen Drucks und der Dynamik wundert es, dass der Wiederaufbau von einer hohen städtebaulichen Qualität geprägt ist. Auf der Suche nach einer »neuen Identität« entstand ein Stadtbild, das bewusst die Kontinuität zur eigenen Geschichte aufrechterhalten wollte. Der Vortrag beschreibt die städtebauliche Leistung und auch die Baukultur der damaligen Zeit.

30. April 2015
Donnerstag
Eifelmuseum, Foyer 19 Uhr

Aus der Reihe »Schätze ans Licht«:
Heinrich Klingler und die Genovevaburg-Töpferei


30. April 2015

Donnerstag
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Wirklichkeit oder Fiktion?
2.000 Jahre Keramikproduktion in Mayen
Dr. Lutz Grunwald, RGZM, Forschungsbereich VAT Mayen


Die in Mayen gefertigte Töpferware ist in der archäologischen Literatur europaweit bekannt. Man verbindet mit der so genannten »Mayener Ware« eine robuste Gebrauchskeramik, die in der spätrömischen Phase und im Frühmittelalter in hohen Stückzahlen gefertigt wurde und damals den Handel vom skandinavischen Raum bis in die Alpenregion prägte. Doch wann begannen in Mayen die ersten Töpferöfen zu brennen und bis wann kann die Herstellung nachgewiesen werden? In einer Art Zeitraffer soll die Entwicklung der Keramikfertigung beleuchtet und so ein Bild über das Töpferwesen und seine europäische Bedeutung von den ersten, vielleicht sogar schon in spätkeltischer Zeit liegenden Anfängen bis in die Neuzeit gegeben werden.

21. Mai 2015
Donnerstag
Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

111 Jahre Eifelmuseum. 111 Jahre Erforschung der Steinindustrie
Dr. Bernd Oesterwind, Eifelmuseum Mayen

Ein stolzes Alter erreicht das Eifelmuseum im Jahre 2015. Gegründet 1904, wuchs das Museum im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich. Heute präsentiert es sich als zentrales Museum der Region mit einer moderne Themenausstellung.
Von Anfang an stand die hiesige Steinindustrie im Zentrum des Interesses. Die in den Steinbrüchen zahlreich aufgefundenen Relikte wurden hier gesammelt und bewahrt. Mit dem Museum ist eine Forschungstätigkeit verbunden, an der vor allem die Familie Hörter maßgeblichen Anteil hatte. Der Vortrag bietet nicht nur einen Überblick über den Verlauf und die Ergebnisse dieser Forschung, sondern vermittelt zugleich auch die veränderten Methoden und Mittel in der Darstellung der Forschungsergebnisse im Museum.

2. Halbjahr

17. September 2015
Donnerstag

Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Der 46. Deutsche Wandertag 1937 in Mayen

Prof. Dr. Wolfgang Schmid, Trier

Im Sommer 2015 wird der 115. Deutsche Wandertag zehntausende von Naturfreunden nach Paderborn führen. Die Wandertage von Trier (1979), Koblenz (1986) und Prüm (2006) gehören zu den Höhepunkten in der Sport- und Kulturgeschichte unserer Region.
Nur noch ein unscheinbarer, im letzten Jahr restaurierter Gedenkstein erinnert daran, dass vom 16.-20. Juli 1937 der 46. Deutsche Wandertag in Mayen stattfand. Der Vortrag wird ein sportliches und kulturelles, aber auch politisches Großereignis rekonstruieren. Dabei wird sich auch die Frage stellen, inwieweit die Stadt Mayen, der Eifelverein und die Wanderbewegung ihre Eigenständigkeit bewahrt oder sich mit den Zielen der neuen Machthaber identifiziert haben. Wie bei der Olympiade von 1936 zeigt sich, dass diese sich zurückhielten, die Veranstaltung aber durchaus auch zur Selbstdarstellung nutzten.

1. Oktober 2015
Donnerstag

Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Steinhauer im Inntal – von Wassermühlen und Mühlsteinbrüchen im Land der Bajuwaren
Prof. Dr. Wolfgang Czech

Vor zwanzig Jahren wurde beim Aushub einer Tiefgarage im Paartal bei Dasing eine Wassermühle entdeckt. Die Archäologen konnten nicht nur das im Grundwasser erhaltene Mühlenbauwerk aus dem Jahr 743 n. Chr. untersuchen. Unter den Funden wurden Bruchstücke von 30 Mühlsteinen geborgen, die die Geologen ins Inntal führten. Im Gelände konnten zwei Dutzend Mühlsteinbrüche lokalisiert und erforscht werden. Die Steinhacker hatten dort seit karolingischer Zeit bis ins 19. Jahrhundert Mühlsteine für die Wassermühlen in der Region gebrochen; sie wurden aber auch auf der Donau weit verhandelt. Große Ströme boten den Händlern beste Möglichkeiten; auch dieser Aspekt verbindet Mayen mit den Mühlsteinhauern am Inn.

3. Dezember 2015
Donnerstag

Eifelmuseum, Foyer, 20 Uhr
Eintritt frei

Legenda qualiter capella in Frauwenkyrg est constructa miraculosa
Lokaler Heiligenkult und religiöse Legitimation des Adels

Dr. Rainer Zäck, Bonn

In ihren Fundamenten und nach der Gründungslegende geht die Fraukirch auf eine karolingische Saalkirche zurück. Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts, als auch die frühgotischen Neu- und Erweiterungsbauten vorgenommen werden, hat man sich dann verstärkt darum bemüht, das Ansehen der capella libera zu festigen; nicht zuletzt wurde mit der Legende, die sich um die Pfalzgräfin Genovefa rankt eine Person in den Mittelpunkt der Verehrung gerückt, deren Vita später auf dem imposanten Altar des 17. Jahrhunderts ihren Niederschlag fand.
Habent sua fata libelli! Die Geschichte der Genovefa wurde zur Erfolgsgeschichte: sie strahlt aus über Jahrhunderte, durchaus unterschiedlich gelesen und in neuen Rezeptionszusammenhängen attraktiv gemacht. Ihren Ursprung und ihre ursprüngliche Funktion hat sie aber im Zusammenhang mit der Fraukirch. Darauf will der Vortrag besonderes Augenmerk richten.